Kennst du dieses Gefühl?
Du möchtest etwas tun. Eigentlich schon lange.
Etwas verändern. Eine Entscheidung treffen. Dich zeigen. Einen neuen Weg gehen. Endlich diesen einen Schritt machen.
Und trotzdem tust du es nicht.
Du denkst darüber nach. Immer wieder.
Du findest Gründe, warum jetzt vielleicht noch nicht der richtige Zeitpunkt ist. Du wartest. Du zweifelst. Du analysierst.
Und irgendwann fragst du dich:
„Warum mache ich das eigentlich nicht? Ich weiß doch längst, was ich will.“
Vielleicht kennst du dieses Gefühl.
Dieses Spannungsfeld zwischen „Ich will“ und „Ich traue mich nicht.“
Zwischen Sehnsucht und Angst.
Zwischen dem Wunsch nach Veränderung und dem Bedürfnis, in dem zu bleiben, was vertraut ist.
Vielleicht liegt die Antwort darauf nicht nur in deinem Verstand.
Vielleicht spielt auch dein Nervensystem eine wichtige Rolle.
Ferienzeit. Die erste Motorradfahrt.
Meine erste Motorradfahrt in den Schwarzwald zu meiner Freundin Julia war aufregend.
Schon bevor es losging, war dieses Kribbeln da.
Vorfreude. Neugierde. Abenteuerlust. Aber auch Respekt.
Das Motorrad stand bereit, der Motor lief und vor mir lag eine Strecke, die ich so noch nicht gefahren war.
Und dann ging es los.
Die ersten Kilometer waren geprägt von Aufmerksamkeit. Ich spürte die Maschine, nahm die Straße bewusst wahr und konzentrierte mich auf jeden einzelnen Moment.
Und dann kamen die ersten Kurven.
Ich wusste nicht, was hinter ihnen lag.
Genau das machte die Fahrt so spannend – und gleichzeitig ein bisschen aufregend.
Manche Kurven waren übersichtlich. Ich konnte früh erkennen, was auf mich zukam.
Bei anderen nahm ich automatisch Tempo heraus.
Ich wurde vorsichtiger.
Ich schaute genauer.
Ich spürte mich.
Und irgendwann merkte ich:
Vorsicht und Mut sind keine Gegensätze.
Es ist nicht mutig, jede Kurve mit Vollgas zu nehmen.
Manchmal ist es sogar viel bewusster und kraftvoller, das Tempo herauszunehmen.
Zu schauen.
Zu spüren.
Und dann zu entscheiden, wie ich diese Kurve fahren möchte.
Vielleicht ist das Leben genauso
Wie oft stehen wir im Leben vor einer Kurve und wissen nicht, was dahinterkommt?
Eine berufliche Veränderung.
Eine Beziehung.
Eine Entscheidung.
Ein Gespräch, das wir schon lange führen wollen.
Eine Grenze, die wir setzen müssten.
Ein Traum, den wir uns bisher nicht erlaubt haben.
Ein Schritt ins Unbekannte.
Und dann kommt die Angst.
Was, wenn ich scheitere?
Was, wenn ich die falsche Entscheidung treffe?
Was, wenn ich es nicht schaffe?
Was, wenn alles schlimmer wird?
Und manchmal fahren wir deshalb gar nicht erst los.
Wir bleiben auf der bekannten Strecke.
Sicher. Berechenbar.
Aber vielleicht auch ein bisschen zu eng für das Leben, das wir eigentlich führen möchten.
Denn eines ist sicher:
Wenn wir die Kurve nicht fahren, werden wir niemals erfahren, was dahinterliegt.
Aber woher kommen diese inneren Blockaden?
Vielleicht hast du dich schon einmal gefragt, warum du in manchen Situationen eigentlich genau weißt, was du tun möchtest – und es trotzdem nicht schaffst.
Warum dein Kopf sagt:
„Los, mach es!“
Aber dein Körper sagt:
„Stopp!“
Das kann damit zusammenhängen, wie unser Nervensystem auf Unsicherheit und Veränderung reagiert.
Unser Körper reagiert nicht nur auf das, was gerade im Hier und Jetzt passiert. Frühere Erfahrungen können mitprägen, was wir heute als sicher oder unsicher empfinden.
Vielleicht hast du irgendwann gelernt:
Nicht aufzufallen ist sicherer.
Keine Fehler zu machen ist sicherer.
Es allen recht zu machen ist sicherer.
Die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen ist sicherer.
Keine Konflikte zu provozieren ist sicherer.
Oder vielleicht hast du erlebt, dass Veränderung tatsächlich mit Schmerz, Ablehnung oder Unsicherheit verbunden war.
Und heute stehst du vor einer neuen Kurve.
Dein Verstand sieht vielleicht eine wunderbare Möglichkeit.
Aber dein Nervensystem erinnert sich an etwas anderes.
Es sagt:
„Moment. Das kennen wir nicht. Das könnte gefährlich werden.“
Und dann entstehen innere Blockaden.
Nicht unbedingt, weil du schwach bist.
Nicht, weil du zu wenig Willenskraft hast.
Und auch nicht, weil mit dir etwas nicht stimmt.
Vielleicht versucht ein Teil von dir einfach, dich zu schützen.
Schutz kann irgendwann zum Gefängnis werden
Das Spannende ist:
Was uns einmal geschützt hat, kann uns später begrenzen.
Vorsicht kann sinnvoll sein.
Aber wenn wir jede Kurve vermeiden, weil unser inneres Alarmsystem uns sagt, dass Veränderung gefährlich ist, wird aus Schutz irgendwann Stillstand.
Dann sagen wir vielleicht:
„Ich bin eben nicht der Typ dafür.“
„Das kann ich nicht.“
„Dafür ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt.“
„Vielleicht irgendwann.“
Und irgendwann merken wir:
Ich fahre immer noch dieselbe Strecke.
Obwohl in mir längst der Wunsch nach etwas Neuem da ist.
Du musst nicht jede Kurve mit Vollgas nehmen
Und genau hier finde ich die Motorrad-Metapher so schön.
Du musst nicht jede Kurve schnell fahren.
Du darfst langsamer werden.
Du darfst genauer hinschauen.
Du darfst atmen.
Du darfst dich orientieren.
Du darfst sogar einmal anhalten.
Und du darfst entscheiden:
Ist diese Kurve jetzt dran?
Das gilt auch für dein Leben.
Du musst nicht von heute auf morgen alles verändern.
Du musst nicht plötzlich angstfrei sein.
Du musst nicht mutiger sein, als du gerade bist.
Vielleicht geht es zunächst nur darum, zu verstehen:
Was hält mich eigentlich zurück?
Ist es wirklich die aktuelle Situation?
Oder wird gerade etwas Altes in mir aktiviert?
Was versucht mein Nervensystem zu schützen?
Was brauche ich, damit sich der nächste Schritt sicher genug anfühlt?
Genau hier kann Coaching beginnen
Coaching bedeutet für mich nicht, dir zu sagen, welchen Weg du fahren sollst.
Ich möchte dir nicht sagen:
„Du musst jetzt einfach mutiger sein.“
Oder:
„Du musst deine Angst überwinden.“
Viel spannender ist doch die Frage:
Was steckt hinter deiner Angst?
Welche inneren Muster laufen immer wieder ab?
Welche Überzeugungen begleiten dich?
Wo machst du dich kleiner, als du eigentlich bist?
Wo hältst du dich zurück, obwohl du längst spürst, dass etwas Neues auf dich wartet?
Und was brauchst du heute – als erwachsener Mensch –, damit du dich sicher genug fühlst, deine nächste Kurve zu fahren?
Dabei geht es nicht darum, die Vergangenheit zu bekämpfen.
Es geht darum, sie besser zu verstehen.
Und deinem System nach und nach neue Erfahrungen zu ermöglichen:
Ich darf mich zeigen.
Ich darf Nein sagen.
Ich darf Entscheidungen treffen.
Ich darf Fehler machen.
Ich darf meinen eigenen Weg gehen.
Ich darf vorsichtig sein und trotzdem weiterfahren.
Und dann macht es klick
Auf meiner Fahrt in den Schwarzwald wurden die Kilometer irgendwann leichter.
Aus der anfänglichen Aufregung wurde Vertrauen.
Aus Vorsicht wurde Sicherheit.
Die Kurven fühlten sich vertrauter an.
Die Landschaft zog an mir vorbei.
Der Fahrtwind.
Das Motorengeräusch.
Dieses Gefühl von Freiheit.
Und dann machte es plötzlich klick.
Das Ziel war in Sicht.
Julia wartete schon.
Und mit einem Mal fiel die Anspannung der Fahrt ab.
Ich stieg ab, nahm den Helm ab und atmete tief durch.
Ich bin angekommen.
Und Julia hatte bereits das Essen vorbereitet.
Der Duft des Essens, der gedeckte Tisch, die Freude über das Wiedersehen – plötzlich war da dieses zweite, ganz andere Glück.
Nicht mehr die Freiheit der Straße.
Sondern das Glück, angekommen zu sein.
Gemeinsam sitzen.
Reden.
Lachen.
Die Fahrt erzählen.
Den Moment genießen.
Und plötzlich wurde mir bewusst:
Vielleicht geht es im Leben gar nicht darum, möglichst schnell ans Ziel zu kommen.
Vielleicht geht es darum, wie wir unsere Kurven fahren.
Was, wenn hinter deiner nächsten Kurve etwas Schönes wartet?
Natürlich kann niemand versprechen, dass hinter jeder Kurve etwas Schönes wartet.
Manche Kurven sind schwierig.
Manche Wege führen über Umwege.
Manche Entscheidungen tun weh.
Manche Wege müssen wir wieder verlassen.
Aber wir können nicht jede Wendung des Lebens vorhersehen.
Wir können nur lernen, mit dem umzugehen, was kommt.
Wir können unser Tempo anpassen.
Wir können aufmerksam bleiben.
Wir können uns Unterstützung holen.
Wir können lernen, unserem Körper und unseren eigenen Entscheidungen wieder mehr zu vertrauen.
Und wir können unterscheiden lernen:
Ist das gerade echte Vorsicht?
Oder hält mich eine alte Angst davon ab, weiterzufahren?
Vielleicht brauchst du gar nicht mehr Mut.
Vielleicht brauchst du mehr Klarheit.
Vielleicht brauchst du einen Raum, in dem du dich selbst besser verstehen kannst.
Und vielleicht brauchst du jemanden, der ein Stück neben dir fährt.
Nicht, um dir vorzuschreiben, welche Kurve du nehmen musst.
Sondern um dich daran zu erinnern:
Du kannst entscheiden.
Du darfst dein Tempo bestimmen.
Und du darfst deinen eigenen Weg fahren.
Also: Wie fühlst du dich gerade?
Stehst du vor einer Kurve in deinem Leben?
Gibt es etwas, das du eigentlich schon lange möchtest?
Eine Veränderung?
Eine Entscheidung?
Einen neuen Weg?
Und hält dich etwas zurück?
Dann musst du nicht sofort Gas geben.
Du musst deine Angst nicht wegmachen.
Vielleicht darfst du erst einmal verstehen, warum sie da ist.
Vielleicht darf dein Nervensystem lernen:
Ich bin heute nicht mehr dort, wo ich einmal war.
Ich bin heute erwachsen.
Ich kann entscheiden.
Ich kann langsamer werden.
Ich kann Hilfe annehmen.
Und ich kann weiterfahren.
Denn vielleicht wartet hinter deiner nächsten Kurve tatsächlich etwas, das du dir schon lange wünschst.
Mehr Freiheit.
Mehr Lebendigkeit.
Mehr Selbstvertrauen.
Ein neuer Weg.
Ein Mensch.
Ein Traum.
Oder einfach dieses wunderbare Gefühl:
Ich bin losgefahren.
Und ich habe mich getraut.
Vielleicht ist genau das Coaching
Nicht jemand, der dir sagt, welche Kurve du nehmen musst.
Sondern jemand, der dich begleitet, während du wieder lernst, deinem eigenen Weg zu vertrauen.
In deinem Tempo.
Mit deinen Erfahrungen.
Mit deinen Fragen.
Mit deiner Geschichte.
Und mit allem, was gerade da ist.
Du musst nicht wissen, was hinter der nächsten Kurve liegt.
Du darfst lernen, darauf zu vertrauen, dass du sie fahren kannst.
Vielleicht ist jetzt genau der Moment, deinen Helm aufzusetzen.
Den Motor zu starten.
Durchzuatmen.
Und loszufahren.
Nicht mit Vollgas.
Nicht ohne Angst.
Aber bewusst.
Denn du wirst nie erfahren, was hinter deiner nächsten Kurve liegt, wenn du sie nicht fährst.
Und vielleicht macht es dann irgendwann wieder klick.
Du blickst nach vorne.
Das Ziel ist in Sicht.
Und du merkst:
Ich bin angekommen.
Ich begleite Menschen dabei, innere Blockaden besser zu verstehen, alte Muster zu erkennen und wieder mehr Vertrauen in den eigenen Weg zu entwickeln.
Du darfst vorsichtig sein.
Du darfst Angst haben.
Und du darfst trotzdem losfahren.
☘️Andrea Autenrieth